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05. Januar 2012
Schulsituation
Erklärung des GEW Kreisvorstandes zur Schulentwicklung in Emden
Der GEW Kreisvorstand hat sich auf seiner letzten Sitzung im Dezember 2011 für eine Stärkung der IGS ausgesprochen.
Die Schulsituation in Emden kommt nun schon seit zwei Jahrzehnten nicht zur Ruhe (s. EZ vom 8.5.1991, S. 1 u.3, Pressespiegel der GEW, Auszug 1991).
Das lag zum einen daran, dass es an Entschlusskraft des Rates der Stadt Emden fehlte, zum anderen spielten oft genug Interessengemenge eine Rolle, die notwendige Entscheidungen beeinträchtigten und verhinderten.
Der Kreisverband (KV) der GEW Emden, die Interessenvertretung von über 300 Pädagoginnen und Pädagogen in Emden, ist nun gehalten, vom neuen Rat für alle Schulen und für alle Kollegien Planungssicherheit einzufordern.
Es geht um die Gestaltung eines umfassenden Bildungssystems, das der heranwachsenden Generation mit Blick auf die Zukunft eine breite Palette an Chancen und Teilhabe an der Gesellschaft eröffnet. Der Lernatlas 2011 der Bertelsmann-Stiftung macht deutlich, dass in Emden ein erheblicher Nachholbedarf besteht.
Pädagoginnen und Pädagogen stehen dafür ein und verlangen, dass von kommunaler Seite alles dazu getan wird, das Bildungsangebot in unserer Stadt zu sichern, qualitativ zu entwickeln und zu verbreitern.
In Emden, das ist mit Bedauern festzustellen, reduziert sich die Diskussion auf eine Auseinandersetzung um den Bestand von Schulen.
Diese Diskussion trägt nicht dazu bei, die Planungssicherheit für Lehrkräfte zu erhöhen und eine sichere Orientierung in der beruflichen Aufgabe zu gewährleisten. Im Gegenteil,
alle Lehrkräfte werden mit einer Entwicklung konfrontiert, die durch sinkende Schülerzahlen gekennzeichnet ist. Die Folgen sind ständige Planungsänderungen, Abordnungen und Versetzungen.
Die Personalbewegungen aber werden, das kann jede Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer bestätigen, als sehr schmerzhaft empfunden.
Die Lehrkräfte der Integrierten Gesamtschule Emden (IGS) stehen vor der Situation, dass die Schule ständig wächst. Entscheidungen, die bislang durch den kommunalen Träger getroffen wurden, weisen die einleitend bereits dargestellten Unsicherheiten aus.
Klar ist: Die IGS wird wachsen, die Anmeldezahlen sprechen eine deutliche Sprache, der Elternwille ist unmissverständlich.
Und politisch gewollt ist: Die IGS soll in der Stadt zentral das Bildungsangebot sichern. Folglich soll die IGS in der Wallschule vorübergehend, wie es heißt, untergebracht werden und was geschieht dann?
Unserer Ansicht nach ist es für den Aufbau der IGS eine sehr große Belastung an zwei weit auseinander liegenden Standorten zu arbeiten.
Die Entwicklung der Schulen in Emden zwingt zur Entscheidung. Der so genannte demographische Wandel trägt dazu bei, dass die Schülerzahlen sinken. Das schulische Angebot in Emden und die Gründung einer IGS in Pewsum mit Nebenstelle in Hinte führen dazu, dass die Anmeldezahlen an den Gymnasien sinken.
Der Raumbedarf verschiebt sich.
Das Gymnasium am Treckfahrtstief (GAT) kooperiert bereits seit vielen Jahren in einigen Fächern und Angeboten mit dem Johannes Althusius Gymnasium (JAG). Sinkende Schülerzahlen machen ein Zusammenwachsen beider Gymnasien erforderlich.
Die IGS könnte dann einen Standort, als endlich festen Platz für sich, übernehmen und Jahrgang um Jahrgang dort hineinwachsen, während gleichzeitig ein großes und im Bestand gesichertes Gymnasium vor Ort gehalten würde.
Der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Emden bedauert sehr, dass Verunsicherung und Verärgerung durch das Wechselbad der Politik in die Kollegien aller Schulen – ganz besonders der Integrierten Gesamtschule (IGS), der Osterburgschule, der Realschule und der Gymnasien – eingezogen sind. Wir hoffen, dass alle Kollegien Verständnis dafür aufbringen, dass die Interessenvertretung der Lehrkräfte darauf drängen muss, dass eine gradlinige und an der Zukunft orientierte Schulentwicklung endlich in die Praxis umgesetzt wird.
Downloads
Ostfriesen-Zeitung: Schulen: GEW drängt auf Entscheidung
EZ: Schulen: Gymnasien in Emden: Bestand nicht garantiert / Stadt will Schulentwicklung abwarten
GEW: Gymnasien zusammenschließen
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